Selbsthilfegruppe Deutschland e.V.

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Mollii-Suit-Studie: Wie elektrische Impulse das Gehen erleichtern können

Allensbach. Können elektrische Impulse die Muskeln entspannen und gleichzeitig aktivieren, so die Spastik bei HSP-Betroffenen reduzieren und deren Gehfähigkeit verbessern? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Exopulse-Mollii-Suit-Studie, die die Kliniken Schmieder in Allensbach durchführen.

Wie Susanne und Henry Wahlig von der Tom Wahlig Stiftung nach einem Besuch des neurologischen Fach- und Rehabilitationskrankenhauses in Allensbach berichten, gibt es bei dieser Studie noch zwei freie Plätze (Stand Mitte August 2026). Sie hatten sich vor Ort direkt einen Eindruck von der derzeit laufenden Studie machen können. Die Tom Wahlig Stiftung führt gemeinsam mit den Kliniken Schmieder die Studie durch. Die HSP-Selbsthilfegruppe Deutschland beteiligt sich mit einem Betrag von 5000 Euro finanziell daran.

Wer kann an der Studie teilnehmen?
Voraussetzungen für die Teilnahme ist neben der gesicherten Diagnose der Hereditären Spastischen Spinalparalyse (HSP) eine erhaltene Gehfähigkeit für mindestens sechs Minuten Dauer. Die Geschwindigkeit ist dabei unwichtig. Die Mollii-Suit-Behandlung soll nicht eingesetzt werden bei Personen, die einen Herzschrittmacher oder einen Shunt tragen. Ein Shunt (englisch für „Umleitung“ oder „Kurzschluss) ist eine künstliche oder natürliche Verbindung zwischen zwei Blutgefäßen). Auch Personen, die unter Epilepsie leiden, können nicht teilnehmen.

Was ist der Mollii Suit?
Dabei handelt es sich um ein neuroorthopädisches Hilfsmittel, das bei einer Spastik und anderen Beeinträchtigungen der Muskelentspannung eingesetzt wird. Der Mollii Suit ist ein Anzug mit integrierten Elektroden. Diese geben elektrische Impulse ab, um Muskeln zu entspannen und zu aktivieren. Der Anzug mit 58 Sensoren soll als „Gegenspieler“ bis zu 40 Muskeln stimulieren und so das Gangbild und das Gleichgewicht bei HSP-Betroffenen verbessern.

Wie sieht der zeitliche Ablauf für die Probanden aus?
Die Studie wird über einen Zeitraum von vier Tagen durchgeführt, und zwar in den Kliniken Schmieder in Allensbach. Übernachtungsmöglichkeiten werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach organisatorischen Dingen am ersten Tag werden dann an den folgenden zwei Tagen die Simulation mit dem Mollii Suit durchgeführt. Dazu gehören jeweils Basismessungen wie Tests auf Spastik, Gehfähigkeit und Gleichgewicht. Zum Abschluss werden diese Messungen am vierten Tag wiederholt. Um zu überprüfen, wie erfolgreich die elektrischen Impulse sind, erhalten die Probanden bei einer Simulation eine wirksame Stärke der elektrischen Impulse (Verum-Simulation) sowie zur Kontrolle eine unwirksame Stärke (Placebo-Simulation). Die Probanden wissen aber nicht, in welcher Reihenfolge sie welche Simulation durchlaufen.

Gibt es Nebenwirkungen?
Nein, die verschiedenen Testungen sind nebenwirkungsfrei und bergen auch keine sonstigen gesundheitlichen Risiken.

Wo gibt es weitere Informationen?
Wer überlegt, an der Studie teilzunehmen, kann sich beim Studienteam unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Liepert unter Tel.07533/808-1212 (E-Mail: j.liepert@kliniken-schmieder.de) melden. Weitere Informationen zu der Studie gibt es auch in dieser PDF-Datei

Autor: Stephan Scholz

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